Die Entgiftung befreit deinen Körper von der Substanz. Die Entwöhnungstherapie geht tiefer: Sie hilft dir, die Ursachen deiner Sucht zu verstehen, neue Strategien zu entwickeln und langfristig clean zu bleiben.
Was ist Entwöhnungstherapie?
Entwöhnung ist eine psychotherapeutische und sozialtherapeutische Behandlung, die nach der körperlichen Entgiftung ansetzt. Ziel ist:
- Verständnis für deine Suchtmuster zu entwickeln
- Auslöser (Trigger) und Rückfallrisiken zu erkennen
- neue Bewältigungsstrategien für Stress, Craving und Krisen zu lernen
- soziale Beziehungen, Arbeit und Alltag wieder aufzubauen
Ambulant oder stationär?
Entwöhnungstherapie gibt es in zwei Hauptformen:
- Stationär: Mehrwöchige bis mehrmonatige Behandlung in einer Fachklinik. Besonders geeignet bei schwerer Abhängigkeit oder instabilem Umfeld.
- Ambulant: Regelmäßige Termine bei einer Suchtberatungsstelle oder Therapeut:in, während du zu Hause lebst. Geeignet bei stabiler Situation und leichter bis mittlerer Abhängigkeit.
Wie läuft eine Entwöhnungstherapie ab?
Typische Bausteine einer Entwöhnung:
- Einzeltherapie zur Bearbeitung persönlicher Themen
- Gruppentherapie zum Austausch mit anderen Betroffenen
- Arbeits- und Beschäftigungstherapie
- Sport- und Bewegungsangebote
- Entspannungs- und Achtsamkeitstraining
- Vorbereitung auf die Zeit nach der Therapie (Nachsorge)
Nach der Entwöhnung: Nachsorge & Rückfallprävention
Nach der Therapie ist die Arbeit nicht vorbei. Wichtig sind:
Weitere hilfreiche Seiten:
Was passiert in einer Entwöhnungstherapie?
Entwöhnung ist der Kern der Suchttherapie. Während die Entgiftung den Körper behandelt, arbeitet die Entwöhnung an den Ursachen der Sucht:
- Einzeltherapie: Aufarbeitung der persönlichen Geschichte – Trauma, Beziehungsmuster, Auslöser der Sucht.
- Gruppentherapie: Austausch mit anderen Betroffenen. Oft der wirksamste Baustein – zu merken: „Ich bin nicht der Einzige."
- Rückfallprävention: Erkennen von Trigger-Situationen, Aufbau von Bewältigungsstrategien.
- Ergotherapie/Sport: Tagesstruktur, körperliche Aktivierung, Entdecken neuer Interessen.
- Sozialarbeit: Schulden regeln, Wohnung sichern, berufliche Perspektive entwickeln.
Stationär vs. ambulant – die Unterschiede
Stationäre Entwöhnung (8-16 Wochen):
- Du lebst in einer Fachklinik, intensive Therapie täglich
- Komplett raus aus dem gewohnten Umfeld – oft genau das, was nötig ist
- Empfohlen bei: langjähriger Abhängigkeit, instabilem Umfeld, gescheiterten ambulanten Versuchen
- Wird über die Deutsche Rentenversicherung (DRV) finanziert
Ambulante Entwöhnung (12-18 Monate, 1-2x/Woche):
- Du bleibst zuhause, gehst regelmäßig zu Einzel- und Gruppentherapie
- Besser vereinbar mit Beruf und Familie
- Voraussetzung: stabiles Umfeld, bereits einige Wochen clean
In beiden Fällen ergänzt die Therammunity Community die Therapie als 24/7 verfügbarer digitaler Safe Space.
Wie beantrage ich eine Entwöhnungstherapie?
Der Antragsprozess ist einfacher als viele denken:
- Schritt 1: Suchtberatung aufsuchen. Die Berater:innen helfen beim Antrag.
- Schritt 2: Sozialbericht wird erstellt (durch die Beratungsstelle).
- Schritt 3: Ärztlicher Befundbericht (vom Hausarzt).
- Schritt 4: Antrag an die DRV oder Krankenkasse.
- Schritt 5: Bewilligung (in der Regel 2-4 Wochen).
Die Kosten werden vollständig übernommen. Lohnfortzahlung und Krankengeld gelten wie bei jeder anderen Erkrankung.
Recovery ist mehr als Entgiftung
Therammunity begleitet dich auf deinem Weg – während und nach der Therapie. Tools, Community, Reflexion.
Jetzt Recovery-Unterstützung nutzen
Weitere Hilfe: